Pressebericht OVB_JHV LPV 25-07-2026
Landschaftspflegeverband Rosenheim hält Jahreshauptversammlung – Positive Bilanz trotz drastischer Fördermitteleinbrüche im Jahr 2025
Großkarolinenfeld – Die Jahreshauptversammlung des Landschaftspflegeverbands Rosenheim in Großkarolinenfeld stand ganz im Zeichen des Erhaltens der in den vergangenen Jahren durch viel Mühe gepflegten naturschutzfachlich wertvollen Lebensräume.
Nach dem Grußwort von Großkarolinenfelds Bürgermeister Anton Wallner ergriff Landrat und Vorstandsmitglied Otto Lederer das Wort: „Besonders gefällt mir beim Landschaftspflegeverband Rosenheim, dass hier ein Zusammenschluss aus Vertretern von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen in vorbildlicher Weise zusammenarbeitet und wertvollste Arbeit zum Erhalt unserer Natur und traditionellen Kulturlandschaft im Landkreis Rosenheim leistet.“ Zudem lobte er die zuverlässige und fachgerechte Leistung des Landschaftspflegeverbandes. Viele Landkreisflächen würden vom Verband bestens betreut und entwickelt, so Lederer.
Vorsitzender Georg Reinthaler bedankte sich bei allen Vorstandskollegen für die gute Zusammenarbeit und den gemeinsamen Einsatz, das Thema der im Jahr 2025 stark gekürzten Fördermittel in die breite Öffentlichkeit zu bringen. Außerdem galt sein Dank den in der Landschaftspflege tätigen Landwirten, welche trotz wegbrechender Einnahmen dem Landschaftspflegeverband Rosenheim als Partner weiterhin treu geblieben seien. Nicht zuletzt lobte er die Mitarbeiterinnen, die trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen herausragende Arbeit leisteten. Durch ein unerwartet hohes Spendenaufkommen konnten die wertvollsten Moorwiesen (Streuwiesen), Extensivwiesen und Magerrasen des Landkreises auch 2025 weiterhin gepflegt und somit in ihrer Artenvielfalt bewahrt werden. Seinen besonderen Dank richtete Georg Reinthaler an all diejenigen, die großzügig gespendet hätten. Darunter Privatpersonen, Gemeinden und Firmen, die wesentlich zum Erhalt der einzigartigen Biotopflächen sowie auch zum Schutz vieler vom Aussterben bedrohter Arten, wie beispielsweise der Gelbbauchunke, beigetragen hätten.
Die Fachkräfte des Landschaftspflegeverbandes berichteten anschließend über die Tätigkeiten im vergangenen Jahr, darunter die Betreuung von Ausgleichflächen für Gemeinden, zum Beispiel die Organisation und die Umsetzung von Eidechsenhabitaten in der Gemeinde Amerang, die im Rahmen eines Bebauungsplanes umgesetzt wurden.
Besonders hervorzuheben sind die drei Obstsortenerhaltungsgärten, welche in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Rosenheim entstanden sind. Im Projekt „Apfel-Birne-Berge“ wurden viele seltene regional besondere Apfel- und Birnensorten ausfindig gemacht. Diese regionalen Schätze werden in diesen drei Gärten kultiviert und für die Zukunft bewahrt. Für weitere Informationen zu den Gärten und wo die Sorten käuflich erworben werden können, wenden Sie sich bitte an den Streuobstberater des Bezirks Oberbayern, Herrn Martin Landes.
Der Landschaftspflegeverband Rosenheim (LPV) – ein freiwilliger Verbund von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz – hat sich 2017 gegründet. Vorher wurde über 20 Jahre lang im Landkreis Rosenheim die Streu- und Feuchtwiesenpflege von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes organisiert. Der LPV kümmert sich um die landschaftspflegerischen Belange und arbeitet eng mit der Unteren Naturschutzbehörde, Kommunen, Landwirten, Grundeigentümern und Naturschutzverbänden zusammen. Im Landkreis Rosenheim wurden 2024 im Auftrag des LPV rund 500 Hektar an Flächen gepflegt. Dafür gab es 1,8 Millionen Euro, davon kamen 1,4 Millionen Euro aus dem Programm der „Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie“. Im Jahr 2025 konnte der LPV nur noch gut ein Drittel an Landschaftspflegemittel beantragen, da sich die Mittellage drastisch verschlechtert hat. Für 2026 stehen wieder mehr Mittel für die Landschaftspflege vom Freistaat Bayern und Bundesmittel zur Verfügung als 2025. Die Pflegemaßnahmen werden mit örtlichen Landwirten umgesetzt.
Schwerpunkt ist die Mahd von Streu- und Moorwiesen, die Pflege von Extensivwiesen und mageren Steilhängen, die Anlage und Pflege von Ausgleichsflächen, Streuobstwiesen, naturnahen Hecken, Kleingewässern und der Schutz bedrohter Arten.
